Aktuelle News · 24.06.2021

Ratgeber: In Gold investieren – Was Sie beim Kauf beachten sollten

Gold ist bei Anlegern beliebt, die ihr Depot für Krisenzeiten absichern wollen. Lesen Sie hier, wie Sie in Gold investieren können, was Sie bei den unterschiedlichen Anlageformen beachten sollten und welchen Einfluss der Wechselkurs auf Ihre Gold-Anlage haben kann.

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Autor*in Tobias Gabriel

Auf einen Blick: Das Wichtigste zu Gold als Anlage

  • Wenn Sie in Gold investieren, können Sie Ihr Portfolio diversifizieren und vor allem in Krisenzeiten Schwankungen ausgleichen. Viele Anleger bestücken ihr Portfolio zu 5 bis 20% mit Gold.
  • Der innere Wert von Gold ist unabhängig von Marktereignissen, der Inflation und Währungskrisen. Er besteht allein in seiner Knappheit und Akzeptanz als wertvolles Gut. Das macht das Edelmetall zu einer krisenfesten Anlage.
  • Sie können Gold physisch als Münzen oder Barren kaufen oder in ETCs (börsengehandelte Rohstoffe) und mit Einschränkungen in ETFs (automatisch nachgebildete Indexfonds) investieren.
  • Der Goldpreis wird in US-Dollar gehandelt. Euro-Anleger sollten daher den Wechselkurs beachten. Der aktuell starke Euro-Kurs lässt die Rendite aus dem Edelmetall schrumpfen.

3 Möglichkeiten in Gold zu investieren

Sie können Gold als Münzen oder Barren kaufen oder in Wertpapiere investieren. Hier finden Sie drei Möglichkeiten mit ihren Vorteilen und Nachteilen im Überblick.

1. Gold als Münzen oder Barren kaufen

Wenn Sie physisches Gold kaufen wollen, können Sie sich zwischen verschiedenen Mengen entscheiden. Typische Stückelungen für Münzen, die man z.B. als Krügerrand/Krugerrand oder Wiener Philharmoniker bekommt, sind:

  • eine Zehntel-Unze: 3,11g
  • eine Viertel-Unze: 7,78g
  • eine halbe Unze (15,55g)

Eine volle Unze, also 31,1 g ist ebenfalls beliebt und als Münze erhältlich.

Wenn Sie größere Mengen Gold kaufen wollen, greifen Sie am besten zum Barren. Er wird vor allem in 100 g und 250 g angeboten.

Unser Tipp: Kaufen Sie das Edelmetall nur beim Fachhändler oder bei Banken. Die Preisunterschiede zwischen An- und Verkaufspreis (Handelsspanne) wachsen, je kleiner die Stückelung des Metalls wird. Daher sind die physischen Stücke etwas für langfristige Investoren.

2. Gold als ETC kaufen

Wer aufgrund geringerer Handelsspannen lieber auf Wertpapiere zurückgreifen möchte, kann in börsengehandelte Rohstoffe investieren, sogenannte „Exchange Traded Commodities” (kurz ETCs). Ein Gold-ETC wie Xetra-Gold ist eine Inhaberschuldverschreibung, die meist mit physischen Goldbeständen besichert ist.

ETCs, die das Gold physisch hinterlegen, bieten steuerliche Vorteile für deutsche Anleger. Auf Basis des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 16.06.2020 behandelt die deutsche Finanzaufsicht sie wie physisches Gold. Erträge aus Wertzuwächsen müssen nach einer Haltedauer von einem Jahr demnach nicht versteuert werden.

3. Gold als ETF kaufen (in Deutschland nicht möglich)

In Deutschland gibt es aufgrund der rechtlichen Bestimmungen keine Gold-ETFs. Die der UCITS-Richtlinien erlauben es nicht, Indexfonds mit nur einem Bestandteil aufzulegen. In der Schweiz sind Gold-ETFs hingegen zugelassen und handelbar.

Allerdings besteht eine Möglichkeit, indirekt vom Goldpreis zu profitieren: Wer Goldminenaktien oder ETFs auf diese Aktien kauft, nimmt durch deren starke Korrelation mit dem geförderten Produkt den eventuellen Goldaufschwung mit. Allerdings unterliegen die Aktien von Goldminenbetreibern stärkeren Schwankungen als Gold, weil sie noch mehr Einflüssen unterliegen.

Wiener Philharmoniker: Eine der am meistverkauften Goldmünzen der Welt

Der Wiener Philharmoniker ist eine Bullionmünze. So nennt man Münzen, die als Geldanlage gehandelt werden. Am 10. Oktober 1989 wurden die ersten Wiener Philharmoniker im Handel angeboten. Seither ist das Motiv immer dasselbe, nur das Prägejahr ändert sich. Es zeigt auf der einen Seite Instrumente des berühmten Wiener Orchesters: ein Horn, ein Fagott, eine Harfe, mittig ein Cello und daneben links und rechts je eine Viola und, darüber, je eine Violine. Auf der anderen Seite ist die Orgel im Großen Saal des Musikvereins („Goldener Saal“) abgebildet.

Die vom Chefgraveur der Münze Österreich AG, Thomas Pesendorfer, gestaltete Münze wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Münze hat den höchstmöglichen Feingehalt von 999,9 (Reingold).

5 häufige Fragen zum Goldkauf

1. Wie viel Gold darf ich in Deutschland kaufen und besitzen?

Sie dürfen so viel Geld besitzen, wie Sie wollen – nur für den Kauf gibt es gesetzliche Bestimmungen, um Geldwäsche einzudämmen. Es ist erlaubt, Gold im Wert von maximal 1.999,99 Euro anonym in bar zu kaufen. Für größere Mengen müssen Sie sich ausweisen.

2. Wo bewahre ich Gold am besten auf?

Wenn Sie physisches Gold zuhause aufbewahren, sollten sie es gut vor Diebstahl schützen. Ein fest montierter Safe ist eine gute Möglichkeit. Achten Sie darauf, dass Ihre Hausratversicherung einen möglichen Verlust abdeckt.

Noch sicherer aber meist auch teurer ist die Aufbewahrung in einem Bank-Schließfach. Die Kosten liegen meist zwischen 70 und 80 Euro pro Jahr. Falls es zu einem Einbruch kommt, sind Ihre Vermögenswerte in der Regel abgesichert. Erkundigen Sie sich für Details beim jeweiligen Anbieter.

3. Muss ich beim Goldkauf Mehrwertsteuer zahlen?

Nein. Anders bei der Anlage in Silber unterliegt Anlagegold nicht der Umsatzsteuer. Sie sparen sich somit die 19 Prozent Mehrwertsteuer. Achtung: Das gilt nur für Anlagegold, also Münzen und Barren mit bestimmen Bedingungen.

4. Muss ich meinen Gold-Gewinn versteuern?

Nein, wenn Sie Gold kaufen, mindestens ein Jahr lang halten und dann mit Gewinn wieder verkaufen, müssen Sie den Wertzuwachs nicht versteuern. Das gilt sowohl für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck) als auch für ETCs.

5. Wie viel sollte ich in Gold investieren?

Gold ist sinnvoll zur Absicherung anderer Anlageformen in Krisenzeiten. Wir empfehlen, 5 bis maximal 20 Prozent Ihres Depots mit Gold zu bestücken.

Der Wechselkurs beim Goldkauf

Der Goldpreis notiert in US-Dollar. Beachten Sie daher die Auswirkung des Wechselkurses auf Ihre Rendite. So konnten Goldanleger in den USA zwischen 2020 und 2021 aufgrund von Kursschwankungen 9,54% Rendite erzielen, Euro-Anleger hingegen nur 1,24%.

Im Detail: So wirkt sich der Wechselkurs auf die Rendite aus

Ende Mai 2020 erhielt man für 1 EUR noch 1,10 USD. Damals lag der Goldkurs bei 1.730,61 USD/Feinunze. Man bekam also für 1.573,28 EUR eine Feinunze Gold. Ein Jahr später (27.05.2021) ist der Goldpreis auf 1.895,81 USD gestiegen, was einer Wertentwicklung von 9,54% im Vergleich zum Vorjahr (1.730,61 USD) in Dollar entspricht. US-Anleger können sich also freuen.

Der Euro-Dollar-Kurs entsprach Ende Mai 2021 nicht mehr 1,10 USD, sondern 1,22 USD, die man für 1 EUR bekam. Wer seine Feinunze wieder verkaufen wollte, hätte dafür in Euro 1895,81 USD pro Feinunze geteilt durch den Wechselkurs von 1,22 USD bekommen. Das entspricht nur 1.553,94 EUR. Die Rendite nach Wechselkurs im Vergleich zum Vorjahr (1.573,28 EUR) fällt mit 1,24% deutlich geringer aus, als die Rendite der US-Anleger. Aktuell spielt der starke Euro den Goldanlegern hierzulande also nicht in die Karten.

Unser Tipp: Wenn Sie in Form von ECTs in Gold investieren, können Sie das Risiko minimieren. Inzwischen gibt es auch Produkte mit Währungssicherung in Euro. Hierbei wird das Währungsrisiko auf täglicher Basis abgesichert.

Wer fragt am meisten Gold nach?

Nach Nutzungssektoren betrachtet, sind das die größten Nachfrager:

  • Schmuckbranche (laut World Gold Council mit ca. 50% der größte Nachfrager von Gold)
  • Investmentbranche
  • Zentralbanknachfrage

In den letzten 30 Jahren soll sich die Investment-Nachfrage nach Gold um über 200% gesteigert haben. Es sind vor allem zwei Gründe, die Gold zu einer beliebten Assetklasse für Investoren machen:

  1. Der hohe Kaufkrafterhalt, den Gold über Jahrhunderte bewiesen hat.
  2. Das gute Diversifikations-Potenzial, denn der Goldpreis bewegt sich in Krisenzeiten meist entgegengesetzt zum Markt.

Nach der Finanzkrise 2008 haben Zentralbanken die Goldnachfrage angekurbelt: Die Zentralbanken der Schwellenländer haben begonnen, ihre Goldreserven zu stärken. Gleichzeitig haben die Europäer aufgehört, ihre Goldbestände abzubauen.

Zentralbanken haben seit 1987 ca. 8.000 Tonnen Gold verkauft, seit 2008 allerdings über 3.000 Tonnen zurückgekauft. Im Jahr 2020 hat die Türkei mit 134,5 Tonnen am meisten Gold zurückgekauft, gefolgt von Indien (38 t), Russland (27,4 t), Emirate (23,9 t) und Katar (14,5 t).

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